5 agile Tipps, um Neujahrsvorsätze wirklich zu halten

Tipp 1: Den Prozess sichtbar machen

Gerade dieses wiederholte Umsetzen müssen birgt aber auch noch eine weitere Chance: Macht euch sichtbar, was ihr schon geschafft habt! Zeichnet Kurven über euer Gewicht oder die Anzahl der Liegestütze, die ihr schafft. Malt für jeden Tag Käsekästchen zum Abhaken für den Vorsatz, mehr Obst und Gemüse zu essen. Türmt Legosteine auf für jeden Kilometer, den ihr gejoggt seid.

Jedes Abhaken, jeder Stein oder Datenpunkt sind eine kleine Belohnung, ein sichtbares Zeichen, das bleibt. Egal wie es ausgeht, ob ihr euer Ziel am Ende als erreicht betrachten könnt oder nicht: Ihr habt nicht Nichts gemacht!  Und das zu sehen, motiviert weiter zu machen.

Tipp 2: Rückfälle akzeptieren, nicht ?Ganz oder gar nicht?

Wie die meisten Veränderungen gehen auch und gerade die der menschlichen Gewohnheiten nicht von heute auf morgen und auch radikale Kursänderungen funktionieren selten sofort. Sprich: Die Chance, dass ihr euch im Laufe der Zeit Durststrecken oder Rückfälle eingestehen müsst, ist groß.

Aber deswegen seid ihr noch nicht gescheitert!

Auch hier sei noch einmal auf das ?realistische Ziel? verwiesen, das zu Grunde liegen sollte. Wer sich als Kettenraucher vornimmt, ab morgen nie wieder eine Zigarette anzufassen, mag damit der üblichen Meinung über Suchtverhalten entsprechen, dem man nur mit einer radikalen Abstinenz entkommt. Die Chance, nach dem nächsten guten Essen oder dem besonders stressigen Arbeitstag doch wieder eine zu rauchen und dann zu denken ?Dann isses ja jetzt eh egal!?, ist aber hoch.

Es gibt inzwischen Mediziner, die selbst bei Alkoholikern keine absolute Abstinenz mehr fordern, sondern auf eine schrittweise Reduzierung setzen. Weniger Alkohol oder weniger Zigaretten sind immerhin ein Anfang. Mir persönlich ist es damals leichter gefallen das Rauchen aufzugeben, weil ich mir explizit erlaubt habe, mir zu besonderen Gelegenheiten eine Zigarette zu gönnen. Die Gelegenheiten wurden mit der Zeit dann von ganz allein immer seltener. Und auch wenn nach vier Wochen konsequentem Sportprogramm wieder tagelang die Bequemlichkeit gesiegt hat: Das passiert. Aber wenn man jetzt wieder anfängt, ist man immer noch besser dran, als wenn man sich erst in einem Jahr wieder auf den Weg macht.

Wenn aber, trotz alledem und überhaupt und nur wegen der verflixten Umstände, eure Vorsätze irgendwann weggetaut sind wie die letzten grau-braunen Schneereste eines Berliner Winters, dann lernt daraus. Erinnert euch, was schlecht gelaufen ist und versteht, was ihr besser machen könnt. Oder seid auch bereit, euer Ziel ganz zu verwerfen, weil vielleicht nicht das Vorgehen, sondern das Ziel selbst das Falsche für einen war.

Denn egal welche Vorsätze ihr für 2016 habt: Wir wollen nicht in sechs Jahren zu diesem Thema noch hören: ?Same procedure as every year!?

Frohes Neues! Und natürlich: Viel Erfolg. 

Tipp 3: Die richtigen Ziele setzen: Konkret, messbar, realistisch.

Einer der beliebtesten Vorsätze zum neuen Jahr lautet: ?Weniger Stress?. Das ist verständlich und ehrenwert, aber als Vorsatz doch ziemlich unbrauchbar. Denn was genau empfinde ich eigentlich als Stress? Und wie entscheide ich nach zwei, sechs oder zwölf Monaten, ob ich davon weniger hatte als vorher? Eigentlich unmöglich, Und wenn ich das eh nicht kann, sagt sich mein Unterbewusstsein, dann kann ich auch einfach weiter machen wie bisher.

Ähnlich sieht es aus, wenn ich die Ziele viel zu hoch setze. Zwanzig Kilos abspecken bis zum Beginn der Freibad-Saison? Die Chance, dass das in einer frustrierten Pizza-Party endet, wenn ich im April erst bei -3 bin, ist groß. Dass es immerhin ganze drei Kilos in die gewünschte Richtung sind, sehe ich dann gar nicht mehr.

Deshalb: Formulieren, was genau man erreichen will. Woran man erkennt, dass man es erreicht hat. Und sich klar machen, dass es keine Revolution sein muss, sondern auch ein langsamer, evolutionärer Prozess sein darf.

Tipp 4: Vision sichtbar machen ? und lebendig halten

Ein Vorsatz ist letztlich ein Plan, mit dem man ein Ziel erreichen will. Ich will mehr Sport machen, weil ich nicht mehr mit hochrotem Kopf dasitzen will, nachdem ich hundert Meter zum Zug sprinten musste? ? weil ich mir eine besser trainierte Figur erhoffe? ? weil ich weniger krank sein will oder keine Rückenschmerzen mehr haben?

Die Dinge, die man sich vornimmt, machen meist wenig Spaß. Sonst müssten wir nicht extra große Beschlüsse fassen. Deshalb ist es umso wichtiger, sich vor Augen zu halten wo das alles hinführen soll und wozu wir das machen. Ein positives Ziel. Kein ?nicht mehr??, sondern ?statt dessen?.

Im Idealfall macht man seine Vision im buchstäblichen Sinne sichtbar. Das kann das Foto der letzten Bergtour sein, als man noch mit vollem Gepäck durch die Alpen gewandert ist, ohne zu sehr aus der Puste zu kommen. Es kann die Verpackung der Wärmesalbe sein, die man im Moment ständig auf den schmerzenden Rücken schmiert. Zweifellos kann es auch das Bild eines Vorbildes sein, dessen durchtrainierten Körper man sich wünscht. Wobei ich da nochmal an Punkt zwei erinnern möchte: Realistisch bleiben!

Egal wie symbolisch diese Visualisierung ist: Dieses sichtbare Ziel macht euch klar, wofür ihr euch aufrafft, und es hält die Vision lebendig. Schließlich werden Vorsätze jedes Jahr nur einmal gefasst. Umsetzen muss man sie aber immer wieder.

Tipp 5:  Es lebe das Team!

Vorteile von Teamarbeit? Gut, Wissensaustausch und die Ergänzung von Fähigkeiten sind, zugegebenermaßen, meist nicht ganz so relevant, wenn es um die Einhaltung von Neujahrsvorsätzen geht. Wie man mehr Sport macht oder mit dem Rauchen aufhört, ist von der Logik ja nicht schwer. Aber der Wille ?

Dennoch ist es ratsam, sich nicht alleine mit seinen Vorsätzen auseinanderzusetzen. Commitment heißt es in Scrum-Teams, wenn sie die Aufgaben für den nächsten Sprint geplant haben, und es ist das Versprechen, das sie sich und dem Product Owner geben.

Familie und/oder Freunden ein Versprechen zu geben (und deren Vorsatz-Versprechen entgegenzunehmen) bedeutet, dass es nicht egal ist, ob man es hält oder nicht. Man wird sich gegenseitig erinnern, kann moralische oder auch tatkräftige Unterstützung geben, vor allem aber ist man verantwortlich für das eigene Vorhaben. Schließlich hat man seinen Liebsten sein Wort gegeben!

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